Aktienkennzahlen einfach erklärt | Dividende, EBIT, KGV, Cashflow…

Kurs-Gewinn-Verhältnis, Cashflow je Aktie, was war das nochmal? Gerade als Neuling in der Investmentwelt kann dieser Fachjargon echt überfordern. Damit Euch das nicht passiert, habe wir die bekanntesten und wichtigsten Aktienwerte für Euch rausgesucht und einmal für Einsteiger leicht und verständlich erklärt.

Nach dem Lesen werdet Ihr in der Lage sein, Euch im Aktienkennzahlen-Dschungel zurecht zu finden. Und wenn das nicht auf Anhieb klappt? – Kein Problem, ihr könnt immer wieder zu dieser Seite zurückkehren und Nachlesen.

Basisdaten

Der Aktienkurs

Der Aktienkurs gibt an, zu welchem Preis man aktuell eine Aktie an der Börse erwerben kann. Der Kurs orientiert sich dabei an den wirtschaftlichen Marktstimmungen, also nach Angebot und Nachfrage.

Je höher der Preis, desto höher die Nachfrage und desto beliebter ist die Aktie.

Beispiel: Die Amazon-Aktie lag mit einem Aktienkurs von circa 2.000 USD (September 2018). Zu diesem Zeitpunkt war die Aktie extremst gefragt.

Der Umsatz

Der Umsatz gibt Auskunft über den gesamten Erlös von erbrachten Dienstleistungen und verkauften Produkten innerhalb eines Zeitraumes, wobei dieser Wert wenig über die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens aussagt.  Dabei kann man zwischen wertmäßigen und mengenmäßigen Umsatz unterscheiden:

  • Mengenmäßiger Umsatz: Menge an abgesetzten bzw. verkauften Produkten
  • Wertmäßiger Umsatz: Verkaufspreis x Absatzmenge

EBITDA, EBIT, Jahresüberschuss

Gewinn ist nicht gleich Gewinn: In der Unternehmerbranche existieren verschiedene Zahlen bei der Gewinn-und-Verlust-Rechnung. Welche die wichtigsten Werte sind und was Sie bedeuten, erklären wir Euch jetzt:

  • EBITDA (= Bruttoergebnis): Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.

EBITDA = Umsätze – Herstellungskosten

Interpretation: Diese Kennzahl zeigt an, inwiefern die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens durch den einfachen Verkauf von Produkten gegeben ist.

  • EBIT (= Operatives Ergebnis): Gewinn vor Zinsen und Steuern

EBIT = EBITDA – Abschreibungen (Wertverlust von Sachanlagen und immateriellen Gütern)

Interpretation: Bei diesem Wert wird der erwirtschaftete Gewinn international vergleichbar gemacht, da global unterschiedliche Finanzierungen und Steuerstrukturen außen vorgelassen werden.

  • Jahresüberschuss (= Net Profit): Gewinn nach Zinsen und Steuern

Jahresüberschuss = EBIT – Zinsen – Steuern

Interpretation: Durch diese Zahl wird der Erfolg des Geschäftsjahres angegeben. Er steht dem Unternehmen zur freien Verfügung, beispielsweise für Dividendenausschüttungen oder Tätigung von Investitionen.

Streubesitz (=public float)

Ein Unternehmen kann als Aktiengesellschaft einen Aktienanteil der Börse öffentlich zur Verfügung stellen. Diesen Anteil nennt man dann Streubesitz: Kleinanleger können diese Aktien nun erwerben und damit handeln. Der andere, nicht öffentlich verfügbare Aktienanteil, liegt in den Händen von Großaktionären wie beispielsweise dem Management oder Großinvestoren.

Mit dem „festen“ Aktienanteil in von Großaktionären soll ein langfristiges Interesse gesichert werden.  Jedoch kann auch ein niedriger Streubesitz durch den selten getätigten Aktienhandel zu unnatürlichen Aktienbewegungen führen.

Die Marktkapitalisierung

Diese Kennzahl beschreibt, in welcher Größe die Anteile eines Unternehmens an der Börse vorhanden sind. Dazu bestimmt man das Produkt aus der Anzahl der im Umlauf befindlichen Anteile des Unternehmens und den an der Börse gehandelten Aktienkurs. Dabei wird der Eigenbestand des Unternehmens außer Acht gelassen.

Marktkapitalisierung = Gesamtanzahl der im Umlauf befindlichen Aktien x Börsenkurs je Aktie

Beispiel:

  • Anzahl der emittierten Aktien: 1.000.000
  • Kurs je Aktie: 20€
  • Rechnung: Marktkapitalisierung = 1.000.000 x 20€ = 20.000.000

Interpretation: Diese Kennzahl spiegelt die aktuellen Marktstimmungen in Bezug auf das Eigenkapital des Unternehmens wider, wobei sich dieser Wert stark von den Erwartungen am Aktienmarkt beeinflussen lässt.

Wirtschaftlichkeit und Profitabilität

Gewinnwachstum

Mit diesem Wert lässt sich die Gewinnentwicklung, egal ob positiv oder negativ,  innerhalb eines Jahres beurteilen. Dazu errechnet man zuerst, wie viel mehr das Unternehmen im Vergleich zum Vorjahr eingenommen hat (Aktueller Jahresgewinn – Vorjahresgewinn). Danach teilt man diese Differenz durch den Vorjahresgewinn.

Gewinnwachstum = (Aktueller Jahresgewinn – Vorjahresgewinn) / Vorjahresgewinn

Beispiel:

  • Aktueller Jahresgewinn: 250.000€
  • Vorjahresgewinn: 189.000€
  • Rechnung: Gewinnwachstum = (250.000€ – 189.000€) / 189.000€ = 0,323 = 32,3%

Interpretation: Als Ergebnis erhält man eine Prozentzahl, die beschreibt, um welchen prozentualen die Gewinneinnahme innerhalb eines Jahres gestiegen, bzw. bei einem Negativwert gesunken ist.

Dabei kann man diese Rechnung auch mit dem erwarteten Jahresgewinn im nächstem Jahr und dem aktuell erwarteten Jahresgewinn durchführen. Nach der Levermann-Analyse kann man die Aktiengesellschaft wie folgt beurteilen:

  • Positiv:  Erwartung von wachsenden Gewinnen. Dabei muss die Gewinnerwartung für das nächste Jahr um mindestens  5% über der Gewinnerwartung des aktuellen Jahres liegen.
  • Negativ: Erwartung von sinkenden Gewinnen Dabei muss die Gewinnerwartung für das nächste Jahr um mindestens  5% unter der Gewinnerwartung des aktuellen Jahres liegen.

Gewinn je Aktie (= earnings per share)

Diese Kennzahl sagt aus, wie groß der Anteil des Gewinns eines Unternehmens ist, der rechnerisch auf eine Aktie entfällt. Dazu wird der Jahresüberschuss durch die Anzahl der Aktien dividiert. Beide Zahlen müssen aus der gleichen Zeitperiode entnommen werden.

Gewinn je Aktie = Jahresüberschuss / Anzahl der Aktien

Interpretation: Durch diese Zahl lässt sich die Ertragskraft des Unternehmens bestimmen. Letztlich wird dargestellt, wie viel Gewinn das Unternehmen pro einzelne Aktie erzielt hat. Der große Vorteil dieser Zahl ist, dass dieser branchenübergreifend verglichen werden kann.

Bruttogewinnspanne (= Gross Margin)

Durch die Bruttogewinnspanne lässt sich die Rentabilität von Unternehmen aus einer Branche gut vergleichen. Dazu setzt man das Bruttoergebnis ins Verhältnis zum Umsatz.

Bruttogewinnspanne = Bruttoergebnis / Umsatz

Beispiel:

  • Bruttoergebnis: 35.000.000€
  • Umsatz: 120.000.000€
  • Rechnung: Bruttogewinnspanne = 35.000.000€ / 120.000.000€= 0,29 = 29%

Interpretation: Durch diesen Wert kann ein Investor herausfinden, wie viel Prozent des Umsatzes nach Abzug der Herstellungskosten für das Unternehmen noch verfügbar sind. Jedoch fehlt hierbei die Berücksichtigung von Vertriebs- und Marketingabzügen.

Betriebsergebnismarge (= Operating Margin)

Diese Kennzahl bewertet die Effizienz des Unternehmens und sagt aus, wie die Qualität eines Unternehmens in Vergleich zu den Konkurrenten in der Praxis steht.

Betriebsergebnismarge = Betriebsergebnis / Umsatz

Beispiel:

  • Betriebsergebnis: 20.000.000€
  • Umsatz: 120.000.000€
  • Rechnung: Betriebsergebnismarge = 20.000.000€ / 120.000.000€ = 0,17

Interpretation: Vereinfacht gesprochen wird erschlossen, wie viel Geld dem Unternehmen von jedem Euro Umsatz bleibt. So behält es von jedem Euro Umsatz circa 17%, das entspräche 17 Cent. Einerseits werden durch diese Verhältnissetzung Marketing- und Verwaltungskosten berücksichtigt, andererseits ist der Wert aber stark branchenabhängig.

Nettogewinnspanne (= Net Margin)

Diese Kennziffer bestimmt die Höhe des prozentualen Anteils des Gewinns an dessen Umsatz. Dabei wird der Jahresüberschuss durch den Umsatz dividiert.

Nettogewinnspanne = Jahresüberschuss / Umsatz

Beispiel:

  • Nettogewinn: 10.000.000€
  • Umsatz: 120.000.000€
  • Rechnung: Nettogewinnspanne = 10.000.000€ / 120.000.000€= 0,0833 =8,33%

Interpretation: Letzten Endes hat dieser Wert eine geringe Aussagekraft und kann stark schwanken. Da hier auch außerordentliche Einflüsse wirken, ist er nicht das beste Maß für die Ertragskraft.

Eigenkapitalrendite (= Unternehmerrentabilität)

Die Eigenkapitalrendite veranschaulicht, um wie viel sich das Eigenkapital durch Verzinsung innerhalb eines bestimmten Zeitraumes vermehrt hat. Dieser Wert wird aus dem Quotienten von Jahresüberschuss und Eigenkapital berechnet.

Eigenkapitalrendite = Jahresüberschuss / Eigenkapital

Interpretation: Mit dieser Kennzahl kann ein Aktionär beurteilen, inwiefern sein in das Unternehmen getätigte Investment profitabel ist. Je höher die Eigenkapitalrentabilität, desto besser wird die Aktie bewertet. Jedoch muss der Wert branchenabhängig und über Jahre hinweg betrachtet werden.

Aktienbewertung

Dividendenrendite

Diese Bewertungsgröße veranschaulicht die Attraktivität einer Aktie bezogen auf die Dividendenausschüttung. Es wird eine Art Verzinsung der Aktie durch die Dividendenausschüttung beurteilt. Dafür wird die Division aus Dividendenausschüttung und Kurs je Aktie gebildet.

Dividendenrendite = Dividendenausschüttung / Kurs je Aktie

  • Beispiel A)
  • Dividendenausschüttung je Aktie: 5€
  • Kurs je Aktie: 10 €
  • Dividendenrendite = 5€ / 10€ = 0,5 = 50 % Rendite
  • Beispiel B)
  • Dividendenausschüttung je Aktie: 7€
  • Kurs je Aktie: 230 €
  • Dividendenrendite = 7€ / 230€ = 0,03 = 3% Rendite

Diese Größe spiegelt wider, dass eine hohe Dividende nicht direkt eine „profitable“ Dividende bedeutet. Es kommt dabei viel mehr auf das Verhältnis an, wodurch der Anleger einen höheren Ertrag erwirtschaften kann. Beispiel B) hat zwar pro Aktie eine um 2€ höhere Dividendenausschüttung, jedoch bezogen auf den Kurs der Aktie würde der Anleger mit der niedrigeren Dividendenausschüttung (Beispiel A) auf Dauer mehr Verzinsung der Aktie beobachten.

KUV – Kurs-Umsatz-Verhältnis

Mit diesem Wert lässt sich die Ertragskraft eines Unternehmens beurteilen. Bei dem Kurs-Umsatz-Verhältnis wird die Marktkapitalisierung eines Unternehmens durch den erwirtschafteten Umsatz je Aktie dividiert.

Kurs-Umsatz-Verhältnis = Kurs je Aktie / Umsatz je Aktie

Interpretation: Je ertragskräftiger das Unternehmen, desto größer der Umsatz, desto kleiner das KUV. Liegt das KUV unter 1, desto günstiger erscheint die Aktie. Konjunkturzyklen-abhängigen Unternehmen lassen sich durch diesen Wert gut beurteilen.

Beachte: Branchenintern vergleichen! Da hier mit dem Gesamtumsatz gerechnet wird, wird die Profitabilität des Unternehmens nicht beachtet.

KGV – Kurs-Gewinn-Verhältnis (= Price-Earning Ratio)

Das KGV macht eine Aussage über die Bewertung einer Aktie, also ob sie besonders günstig oder teuer an der Börse gehandelt wird. Der Wert berechnet sich aus dem Verhältnis zwischen Kurs je Aktie und Gewinn je Aktie.

Kurs-Gewinn-Verhältnis = Kurs je Aktie / Gewinn je Aktie

Beispiel:

  • Kurs je Aktie: 20€
  • Gesamtgewinn: 16.000.000€
  • Anzahl der Aktien: 3.200.000
  • Gewinn je Aktie: 16.000.000€ / 3.200.000 Aktien = 5€   
  • Rechnung: KGV = 20€ / 5€ = 4   

Interpretation: Dieser Wert gibt an, nach wie vielen Jahren das Unternehmen mit einem konstanten Gewinn je Aktie seinen Wert an der Börse erwirtschaftet hat. In diesem Beispiel hätte das Unternehmen seinen Wert nach 4 Jahren erwirtschaftet. Aus einer anderen Perspektive entspricht es dem Faktor des Ergebnisses des letzten Geschäftsjahres, mit dem eine Aktie an der Börse eingeschätzt wird. Bezogen auf das Beispiel wäre die Aktie an der Börse um den Faktor 4  besser beurteilt worden im Vergleich zum reell gegenüberstehenden Gewinn. Je niedriger das KGV, desto günstiger erscheint die Aktie.  Bei der KGV-Bewertung müssen Marktstimmungen („teure“ Aktien müssen nicht wirklich teuer sein) und Branchenabhängigkeiten berücksichtigt werden. Achtung: Wenn fallende Gewinne erwartet werden, steigt das KGV an.

KCV – Kurs-Cashflow-Verhältnis

Weiterführend lässt sich das Kurs-Cashflow-Verhältnis berechnen, indem der Kurs je Aktie durch den Cashflow je Aktie dividiert wird. Bevorzugt wird dieser Wert bei neu gegründeten Unternehmen, die zu Beginn hohe Verluste durch Investitionen schreiben oder bei Turnaround-Aktien. Dabei handelt es sich um Unternehmen, die kurz vor der Pleite stehen, dann aber den Turnaround schaffen und deren Aktienkurse in die Höhe schießen.

Kurs-Cashflow-Verhältnis = Kurs je Aktie / Cashflow je Aktie

Hier gilt: Je größer der Cashflow je Aktie, desto kleiner das KCV, desto besser fällt die Bewertung der Aktie aus (ähnlich dem KGV). Ein KCV unter 1 würde für eine unterbewerte Aktie sprechen. Im Gegensatz zum Kurs-Gewinn-Verhältnis ist dieser Quotient unempfindlicher gegenüber bilanztechnischen Tricks, jedoch kann er stark schwanken und muss deswegen über Jahre hinweg betrachtet werden.

KBV – Kurs-Buchwert-Verhältnis

Bevor wir den Nutzen dieser Kennzahl klären, müssen wir erst einmal verstehen, was der Buchwert ist.  Der Buchwert (Bilanzwert) beschreibt das Vermögen eines Unternehmens minus der Verbindlichkeiten wie Herstellungskosten und Abschreibung und entspricht letztendlich dem Eigenkapital eines Unternehmens. Bei einem sofortigen Verkauf aller materiellen Wertgegenstände würde man als Erlös den Buchwert erhalten.

Beim KBV wird der Kurs einer Aktie ins Verhältnis zum Buchwert je Aktie gesetzt. Dadurch kann eine Aussage gemacht werden, ob das Unternehmen an der Börse bezogen auf den „reelen“ Bilanzwert über- oder unterbewertet ist.

Kurs-Buchwert-Verhältnis = Kurs pro Aktie / Buchwert je Aktie

Beispiel:

  • Kurs je Aktie: 10€
  • Buchwert: 500.000.000€
  • Anzahl der Aktie: 20.000.000
  • Buchwert je Aktie: 500.000.000€ / 20.000.000 = 25€
  • Rechnung: KBV= 10€ / 25€ = 0,4

Interpretation: Investiert ein Anleger 1€ in diese Aktiengesellschaft, erhält er 40 Cent Wert am Unternehmen. Wird das Unternehmen mit einem KBV über 1 bewertet, liegt dieser Wert über dem reinen Substanzwert. Möglich ist dies beispielsweise durch immaterielle Wertgegenstände.

Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis (= Price-Earning to Growth-Ratio, PEG)

Diese Zahl ziehen Aktionäre zur Bewertung von Aktien heran, indem es die Frage beantwortet, inwieweit eine Aktie im Verhältnis zum Gewinnwachstum über- oder unterbewertet, bzw. teuer oder billig eingeschätzt wird. Dabei wird das Kurs-Gewinn-Verhältnis durch den erwarteten prozentualen Gewinnwachstum dividiert.

Kurs-Gewinn-Wachstums-Verhältnis = Kurs-Gewinn-Verhältnis / prozentual erwartetes Gewinnwachstum

Beispiel:

  • KGV: 15
  • Gewinnwachstum: 40%
  • Rechnung: Price-Earning to Growth-Ratio = 15/40 = 0,375

Interpretation:

  • Die Aktie wird bei einem Wert unter 1 als unterbewertet und dadurch positiv beurteilt. Sie gilt als kaufenswert.
  •  Am ehesten fair bewertet wäre das Unternehmen, wenn das PEG 1 betragen würde, also in diesem Fall das Gewinnwachstum ebenfalls bei 15% liegen würde.
  • Bei einem Wert über 1 gilt die Aktie als überbewertet und teuer.

Nach Peter Lynch sollte das KGV das Gewinnwachstum des Unternehmens nicht überschreiten. Sprich bei einem erwarteten Gewinnwachstum von 60 Prozent im Jahr, darf ein Unternehmen der Theorie nach ein KGV von 55 belegen. Nach der Rechnung würde das PEG dann 0,92 betragen.  

Finanzierungsstruktur

Der Cashflow

Was bedeutet eigentlich Cashflow? Auf Deutsch lässt es sich am besten mit „Geldfluss“ übersetzen und repräsentiert, wie viel Geld ein Unternehmen sofort verfügbar hat. Also letztlich wie liquide das Unternehmen ist und wie viel Mittel es für Dividendenausschüttungen, Investitionen oder Kreditrückzahlungen zur Verfügung hat. Dabei lässt der Cashflow sich im Gegensatz zum Gewinn von einem Unternehmen viel schwieriger „verschönern“.

Cashflow je Aktie

Beim Cashflow je Aktie wird der Quotient aus Cashflow und Anzahl an Aktien gebildet. Der Wert gibt Aufschluss über die Finanzkraft eines Unternehmens.

Cashflow je Aktie = Cashflow/ Anzahl der Aktien

Interpretation: Je höher der Cashflow je Aktie ausfällt, desto besser ist das Unternehmen imstande, Investitionen in der Zukunft, Schuldentilgungen oder Ausschüttung von Dividenden zu tragen. Dieser Wert wird zum brancheninternen Vergleich genutzt, aber Achtung: der Cashflow kann stark schwanken und in diesem Sinne auch der Cashflow je Aktie.

Eigenkapitalquote

Diese Bilanzkennzahl macht eine Aussage über die finanzielle Stabilität eines Unternehmens. Dabei wird das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtkapital gesetzt.

Eigenkapitalquote = Eigenkapital / Gesamtkapital

Beispiel:

  • Eigenkapital: 40.000€
  • Gesamtkapital: 125.000€
  • Rechnung: Eigenkapitalquote = 40.000€ / 125.000€ = 0,32 = 32%

Interpretation: Da die Eigenkapitalquote Auskunft über die Bonität eines Unternehmens gibt, dient sie gegenüber den Gläubigern als Risikoabwägung. Je höher die Eigenkapitalquote (bestenfalls 100%), desto unabhängiger ist das Unternehmen gegenüber Fremdkapitalgebern und desto niedriger gestaltet sich das Gläubigerrisiko.

Verschuldungsgrad

Diese Kennzahl beschreibt die Stabilität und Finanzierungsstruktur eines Unternehmens. Sie wird aus dem Verhältnis von Fremdkapital zu Eigenkapital gebildet. Hierbei entsprechen dem Fremdkapital Schulden des Unternehmens, die in Zukunft zurückgezahlt werden müssen. Diese entstehen beispielsweise durch Kreditaufnahmen.

Verschuldungsgrad = Fremdkapital / Eigenkapital

Interpretation: Der Verschuldungsgrad sollte immer unter 200% liegen. Kritisch wird es also, wenn das Fremdkapital doppelt so hoch wie das Eigenkapital ist. Dabei ist besonders dem Geldgeber dieser Wert von Interesse, da das Unternehmen mit dem Eigenkapital haftet. Je höher der Anteil des Eigenkapitals, desto niedriger gestaltet sich das Gläubigerrisiko und desto unabhängiger ist das Unternehmen gegenüber auswärtigen Geldgebern.

Dynamischer Verschuldungsgrad

Bei dieser Kennziffer können Finanzierungsprobleme identifiziert werden. Dabei wird die Dauer der Schuldentilgung durch einen jährlich konstant erwirtschafteten Cashflow bewertet. Anstelle des Eigenkapitals setzt man den Cashflow ins Verhältnis zum Fremdkapital.

Dynamischer Verschuldungsgrad = Fremdkapital / Cashflow

Beispiel:

  • Fremdkapital: 2.300.000€
  • Cashflow: 850.000€
  • Rechnung: Dynamischer Verschuldungsgrad = 2.300.000 €/ 850.000€ = 2,7

Interpretation: In diesem Beispiel kann das Unternehmen seine Verschuldung innerhalb von 2,7 Jahren durch den gesamt erzielten und jährlich konstanten Cashflow von 850.000€ vollständig zurückzahlen. Eine Schuldentilgungsdauer von 3 Jahren sollte nicht überschritten werden.

Zinsdeckungsgrad

Dieser Wert gibt an, inwieweit ein Unternehmen in der Lage ist, seine Zinsen von Krediten zurückzuzahlen. Dazu wird der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) ins Verhältnis zum Zinsaufwand gesetzt.

Zinsdeckungsgrad = EBIT / Zinsaufwand

Beispiel:

  • EBIT: 1.500.000€
  • Zinsaufwand: 670.000€
  • Rechnung: Zinsdeckungsgrad = 1.500.000€ / 670.000€ = 2,24

Interpretation: Ein Zinsdeckungsgrad über  1 bedeutet, dass das Unternehmen x-Mal mehr (hier: 2,24-Mal mehr) operativ erwirtschaftet hat, als es für die Zinsableistung benötigt. Je höher der Faktor, desto unwahrscheinlicher ist der Fall, dass das Unternehmen in Gefahr gerät, die Zinsabzahlung nicht mehr leisten zu können. Ein Risikoindikator stellt ein Wert unter 1 dar, da dann das Unternehmen weniger Operativen Gewinn (EBIT) einnimmt, als es zum Rückzahlen von Zinsen eigentlich benötigen würde.


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